Kommentar: Schritt halten mit der Digitalisierung
Für Unternehmen ist das Risiko, Opfer eines Cyberangriffs zu werden oder finanziell weitreichende Schäden durch Cyberrisiken zu erleiden, stark gestiegen. Nicht nur für Grosskonzerne, sondern auch für KMU. Unternehmer und Führungspersonen müssen daher den richtigen Umgang mit dem Risiko «Cyber» erlernen. Im Umgang mit Cyberrisiken sind drei Dinge gefragt: Kompetenz, Verantwortung und Differenzierung.
Kompetenz
Es scheint selbstverständlich, sich über aktuelle Entwicklungen in der Politik oder auf den Finanzmärkten auf dem Laufenden zu halten und daraus die richtigen Schlüsse für das eigene Unternehmen zu ziehen. Aufgrund der immensen Bedeutung der Digitalisierung in Gesellschaft und Wirtschaft zählen digitale Kompetenzen heute zu den unbestrittenen Anforderungen an eine Firmenleitung. Dazu zählt auch, sich grundlegendes Wissen und Basisfähigkeiten zu Cyberrisiken anzueignen.
Verantwortung
Die Herausforderungen hinsichtlich der Digitalisierung, respektive ihrer Risiken, delegiert man, zum Beispiel als Geschäftsführer oder CFO, an die internen oder externen IT-Zuständigen. Durchaus zu Recht, denn die Komplexität und rasend schnelle Entwicklung der Systeme erfordert sehr viel Fachwissen. Dies entlässt die Unternehmensführung aber nicht aus der Verantwortung. Denn aufgrund ihrer Bedeutung und ihres Schadenpotenzials gehören Cyberrisiken auf die Management-Agenda, unter fachkundiger Beratung und Mitarbeit von Experten. Die Ermittlung des Cyberrisk-Schadenpotenzials und daraus abgeleitet die Eruierung von Investitionen in Sicherheit und Prävention sowie Versicherungen sind aufgrund der Risikoentwicklung unerlässlich.
Differenzierung
Zu guter Letzt gilt es bei einem so weitreichenden Themengebiet zu lernen, welche Gefahren für das eigene Unternehmen relevant sind, respektive wie gross das Cyberrisk-Schadenpotenzial tatsächlich ist. Denn nur weil Schlagzeilen über Hackerangriffe für Aufmerksamkeit sorgen oder die Schadenfälle aufgrund von Cyberrisiken ansteigen, heisst dies nicht, dass man sämtliche Ressourcen in die Abwehr von Cyberangriffen investieren muss, respektive andere Risiken an Bedeutung verloren haben. Im Risk Management ist die Einschätzung der unterschiedlichen Risiken bezogen auf das spezifische Umfeld und Tätigkeitsgebiet des Unternehmens entscheidend. Auch bei Cyberrisiken ist daher eine differenzierte und analytische Betrachtungsweise notwendig.