„Bei unbekannten Internetshops ist ein gesundes Misstrauen berechtigt.“

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Jede Woche vermelden die Medien neue Cyberangriffe auf Staatsapparate, öffentliche Institutionen und grosse Firmen mit vertraulichen Kundendaten. Entsprechend umfassend beschäftigen sich derzeit die Unternehmen mit Cyberrisk. Die Gefahren aus dem Internet können für Unternehmen weitreichende Folgen haben. Aber wie gross ist die Gefahr, wenn wir privat im Internet unterwegs sind? Darüber sprechen wir mit IT-Experte Dominique Merz von der Johner+Partner AG.

Man liest viel über Viren und trojanische Pferde, die unsere privaten Geräte angreifen. Vor welchen Gefahren müssen wir wirklich Angst haben?

Aktuell sind sogenannte CryptoLocker Tools die grösste Bedrohung. Per E-Mail versendete Programme verschlüsseln die Daten der Benutzer und machen diese unbrauchbar. Wenn kein Backup vorliegt, sind die Daten nicht mehr zu retten. Von einer Zahlung für den Entschlüsselungscode wird von amtlichen Stellen abgeraten. Trojaner und Viren sind weitere Gefahren. Diese können mit einer Neuinstallation der Geräte unschädlich gemacht werden.

Was sind die häufigsten Sicherheitslücken bei Privatpersonen oder Fehler, die sie begehen?

Viele Benutzer verwenden bei allen Logins das gleiche Passwort, was man unbedingt ändern sollte. Der unvorsichtige Umfang mit E-Mails und eine ungenügende Datensicherung sind zwei weitere häufige Fehler.

Was muss ich tun, wenn ich merke, dass ein Virus meinen PC befallen hat?

Sofort die Daten sichern und den PC herunterfahren. Einzig mit einer Formatierung der Harddisk und einer Neuinstallation des PCs, ist man zu 100% sicher, dass der PC virenfrei ist.

Wir bewegen uns währenddessen jeden Tag im Internet. Reicht ein guter Virenscan, um ausreichend geschützt zu sein? Welches Produkt empfehlen Sie für den Privatgebrauch?

Grundsätzlich ist die Schutzsoftware den neuen Computerviren immer einen Schritt hinterher und schützt nur gegen bereits existierende Viren. Pro Tag entstehen schätzungsweise weltweit 350‘000 neue Varianten von Computerviren. Privat verwende ich einen Virenschutz von Trend Micro.

Ist es wahr, dass man die Webcam im Laptop abdecken sollte?

Ich persönlich kenne keinen Fall, bei welchem die Webcam per Remotezugriff missbraucht wurde. Zudem ist die Webcam grösstenteils auf das Gesicht des Benutzers ausgerichtet – der Schaden hält sich also in Grenzen. Wenn die Kamera unter fremder Kontrolle steht, ist das ganze Gerät gehackt und die Angreifer haben Zugriff auf alle Daten. Diesen Schaden stufe ich als schlimmer ein als der mögliche Kamerazugriff.

Viele Menschen haben Angst, ihre Kreditkarte im Internet anzugeben. Ist die Angst berechtigt?

Bei neuen, unbekannten Internetshops ist ein gesundes Misstrauen berechtigt. In Shops, bei welchen ich bereits Kunde bin, verwende ich die Kreditkarte ohne Bedenken. Den möglichen Schaden kann man mit einer Kreditkarte mit einer kleinen Ausgabelimite begrenzen.

Was machen Sie persönlich, um sich im Cyberspace zu schützen?

Ich surfe bewusst im Internet und gehe vorsichtig mit E-Mails um. Ausserdem verwende ich ein Standard-Virenschutzprogramm, verwende unterschiedliche Passwörter und sichere meine Daten in unterschiedlichen Ablagen.

Johner+Partner AG berät Unternehmen, unter anderem auch Intermakler, in sämtlichen IT- und Sicherheitsfragen.